Wie Googles Millionäre ihr Geld anlegen

24.04.2017

 

Im Jahr 2004 war es so weit: Der Suchmaschinen-Anbieter Google ging an die Börse. Durch diesen Schritt sollten über Nacht viele Mitarbeiter zu Multimillionären werden.

Um dieses Geld nicht falsch anzulegen, und windigen Finanzberatern und großen Investmentbanken zum Opfer zu fallen, hatte Jonathan Rosenberg, der Vizepräsident von Google, eine großartige Idee.

 

Die großen Finanzvertriebe hatten bereits Wochen vor dem Börsengang ihre besten Berater vor dem Unternehmen einquartiert. Von dort aus begingen sie bereits um die zukünftigen großen Anleger zu buhlen. Alle witterten sie ihre große Chance.

 

Anstatt diese Berater nun wegzuscheuchen bat er die Verkäufer um ein paar Wochen Geduld. Im Gegenzug räumte er ihnen die Möglichkeit ein anschließend direkt auf dem Unternehmensgelände zu werben und die Mitarbeiter anzusprechen.

 

Während die Verkäufer gespannt die Wochen abwarteten plante Rosenberg nun Seminare zum Thema Geldanlage.

 

Er lud die größten Genies der Finanzwissenschaft zu Google ein und ließ sie vor hunderten von Programmierern und Ingenieuren Vorträge halten. Diese kannten die Welt der Kapitalanlage bis dato nicht und hörten interessiert zu.

 

So erklärte William Sharpe, der zusammen mit Harry M. Markowitz und Merton Miller 1990 den Wirtschaftsnobelpreis erhielt, auf einfache Weise, dass man nicht versuchen soll den Markt zu schlagen. Er zeigte ihnen auf wie sie selber ihre Ersparnisse in Indexfonds investieren können. Das bringt ihnen mehr Rendite bei geringeren Kosten. Er gab ihnen weiterhin den Rat die Aufs und Abs am Kapitalmarkt hinzunehmen und sich wieder ihrer Arbeit zu widmen.

 

Burton Malkiel, seines Zeichens Professor an der Princeton Universität und Autor des Buches "A Random Walk Down Wall Street" (eines der bekanntesten Bücher unter Investmentprofis), hatte diese Aussagen weiter bekräftigt.

Er war der Meinung, dass ein Affe langfristig genauso gut Aktien auswählen kann wie ein professioneller Fondsmanager. Er zeigte auf, dass keiner den Markt schlagen kann. Und man soll auf keinem Fall jemandem glauben der sagt, dass er es kann.

 

Auch John Bogle, ein Finanzmarkt-Urgestein und der nächste Redner, schlug in dieselbe Kerbe und zeigte auf, dass die draußen verharrenden Finanzberater und Banker nur ein Ziel haben: Deren Geld zu nehmen und hohe Provisionen einzustreichen. Er regte sich darüber auf, dass die Finanzindustrie die Interessen der Manager von denen der Aktienbesitzer stellte.

 

Dann war es so weit und die Tore in die heiligen Hallen von Google öffneten sich für die großen Verkäufer der Fondsgesellschaften. Diese stürmten nun auf das Gelände in der Hoffnung den großen Reibach zu machen. Doch die Begeisterung legte sich schnell als sie mit Fragen über deren Gebühren, Provisionen und versteckte Kosten überhäuft wurden. Die potentiellen Anleger waren bestens informiert und wollten höhere Renditen nach Kosten. Das entmutigte die Verkäufer, denn mit Indexfonds verdienten sie nur wenn überhaupt einen Bruchteil der Provisionen die sie mit ihren üblichen Investmentfonds verdient hätten. Es wurde auch schnell klar, dass es keinen Broker braucht um das Vermögen anzulegen. Und so wurden diese Berater für die Mitarbeiter von Google obsolet.

 

Soweit man weiß hat kein Mitarbeiter auf traditioneller Weise sein Geld angelegt.

 

(Quelle: http://modernluxury.com/san-francisco/story/the-best-investment-advice-youll-never-get)

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